E-Mobilität – viel Gerede und nichts wissen

Von Bielefeld aus ging es zunächst über Landstraßen nach Hannover. Diese Etappe ist locker in einem Rutsch zu schaffen. Wenn man so auf den Ladezustand des Fahrzeuges achtet, fällt erst richtig auf, in welchem Umfang sich der persönliche Fahrstil und die Geschwindigkeit auf den Verbrauch auswirken. Über Land schafft man man locker die doppelte Entfernung wie auf der Autobahn – wenn man sich an die vorgegebenen Geschwindigkeiten hält. Das ist allerdings auch nötig. Ladestationen und besonders auch Schnelllader sind rar gesäht. Das dürfte aber regional stark unterschiedlich sein und auch von den Einwohnerzahlen der Gegenden abhängen. Viele Einkaufszentren und diverse Stadtwerke haben zwar Ladestationen. Die sind allerdings außerhalb der Geschäftszeiten oftmals nicht nutzbar. 

In Hannover nutzten wir eine Schnellladestation in der Nachbarschaft des gebuchten Hotels.

Der Vorgang als Solcher war einfach. Ticket ziehen bei Einfahrt ins Parkhaus und Ticket zur Freischaltung des Ladepunktes nutzen. Durch die Zahlung der Parkgebühren am Parkschein-Automaten wird der Ladevorgang abgebrochen und man kann das Fahrzeug vom Ladepunkt trennen und ausfahren.

Betriebsmodus und Reichweiten 

Je nach Betriebsmodus berechnet das System des i3 unterschiedliche Reichweiten. Während der COMFORT-Modus keine Einschränkungen beinhaltet, erfolgt beim ECO-PRO- und ECO-PRO+-Modus ein Hinweis, wenn ein bestimmtes Geschwindigkeitslimit überschritten wird. Zusätzlich wird im ECO-PRO+-Modus die Klimaanlage abgestellt. Der Effekt auf die Reichweite ist erheblich. Das System berücksichtigt weiterhin für die Reichweitenberechnung die Witterungsverhältnisse. Besonders bei niedrigen Temperaturen ist damit zu rechnen, dass die Reichweite um bis zu 50% einbricht.

Die Fahrt nach Stralsund verlief dann über mehrere Ladehalte problemlos. 

E-Mobiler sind Exoten

Bereits in Bielefeld war uns aufgefallen, dass an der Rezeption des Hotels keinerlei Informationen zur Situation von Ladestationen überhaupt und erst recht nicht zu welchen in der Nähe der Hotels vorlagen. So auch in Hannover. Das Hotel hat zwar eine Vereinbarung mit dem nächstgelegenen Parkhaus, allerdings gab es in diesem keine Lademöglichkeit. Per Ruf der Parkhaus Leitstelle an der Parkhausschranke erfuhren wir, dass das benachbarte Parkhaus in Sichtweite, keine 100 Meter entfernt, über mehrere Ladesäulen verfügt. Einen Tag später stellte ich das Fahrzeug dann dort zum Laden unter. Der Preis für das Laden war allerdings nicht genau in Erfahrung zu bringen. Es gab nirgendwo einen Preishinweis. Lediglich die Parkgebühren waren ausgewiesen. Ein Mitarbeiter des Parkhauses gab uns vor Ort die Auskunft, dass er es auch nicht genau wisse, aber irgendwie etwas davon gehört habe, dass der Ladevorgang zusätzlich zum Parken 3€ kosten würde. Günstig, wenn das Fahrzeug leer ist, teuer, wenn man nur wenig gefahren ist. Diese Vermutung wurde auch durch die Leitstelle geäußert. Die Abrechnung beim Verlassen des Parkhauses bestätigte diese Vermutung.

Ähnliches erlebten wir auch an zwei Autobahn-Raststätten. Das Tankstellenpersonal konnte oder wollte keine Auskunft zu den Orten der Ladesäulen geben.   

Zuverlässige Auskünfte zur Lage von Ladepunkten erhält man durch diverse Apps. Auf Servicepersonal an Raststätten und Rezeptionen ist kein Verlass.

Beim Navigationssystem des BMW i3 kann man sich in der Regel auch eine Route zum nächsten Ladepunkt geben lassen. Das funktioniert auch sehr gut und punktgenau. Allerdings ist das Angebot an Ladestationen nicht auf die verfügbaren Ladekarten gefiltert.

Rüdiger Kladt

Ich werbe für eine innovative, vorwärts gewandte, weltoffene und tolerante Politik, die sich an humanistischen Grundsätzen orientiert. Es ist nicht leicht, die dafür notwendigen politischen Mehrheiten zu überzeugen. Und viele Kompromisse sind lediglich ein Schritt in die richtige Richtung.

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